Dermatologische Erkrankungen sollten durch eine Fachpflegekraft behandelt werden.
Eine wichtige Säule der Therapie bei dermatologischen Erkrankungen ist die Lokaltherapie mit Salben, Tinkturen, Spezialverbänden, Bädern usw. Die Durchführung obliegt häufig der Fachpflegekraft, vor allem bei behinderten, gebrechlichen und dementen Personen.
Vor der Behandlung sollten folgende Punkte gut überlegt werden:
wie man eine spezielle Salbe aufzutragen hat (dünn, dick, nur aufstreichen oder einreiben),
wie man Tinkturen und Lösungen am besten auf die erkrankte Hautstelle aufbringt (Pipette, Watteträger oder Stieltupfer, wobei letztere nicht ein zweites Mal in die Tinktur eingetaucht werden dürfen!),
wie man Spezialverbände, etwa Okklusiv- oder Salbenverbände, fachgerecht anlegt und
wie man medizinische Ölbäder oder eine Kopfwäsche korrekt durchführt.
Selbstverständlich sollte man auch über die Wirkungsweise der verwendeten Präparate informiert sein. Da es in jedem Fall besser ist, diese Information vom behandelnden Arzt zu erhalten und nicht nur aus dem Beipackzettel beziehen zu müssen, ist eine gute Zusammenarbeit mit dem Arzt sehr wichtig.
Patienten einfühlsam beraten und betreuen
Hauterkrankungen sind sichtbar und manchmal auch entstellend. Dies kann das Selbstwertgefühl des Betroffenen schwer beeinträchtigen. Für den Betroffenen ist es deshalb eine große Erleichterung, wenn die Pflegeperson einfühlsam auf seine Probleme eingeht und ihm hilft, seinen Körper und sein Aussehen mit Selbstbewusstsein anzunehmen.
Einfühlsame Betreuung ist oft auch bei den Aktivitäten des täglichen Lebens erforderlich. Einige Beispiele:
Darf der Patient duschen oder baden?
Wie soll seine sonstige Körperpflege aussehen?
Muss die peinliche Einhaltung von Sauberkeit und Körperhygiene überwacht werden?
Da Hauterkrankungen oft auf Allergien zurückzuführen sind, ist die Ernährungsberatung und -überwachung sehr wichtig. Gegebenenfalls kann eine spezielle Diät die Therapie unterstützen.
Selbstschutz nicht vergessen
Einmalhandschuh zum hygienischen Arbeiten
Wer Patienten mit Hauterkrankungen pflegt, hat oft Angst vor einer möglichen Ansteckung. Barrieren und eventuelle Ekelgefühle lassen sich am besten überwinden, wenn man über die vorliegende Krankheit im Detail Bescheid weiß:
Ist die Erkrankung ansteckend?
Wie kann die Erkrankung übertragen werden?
Wie groß ist das Infektionsrisiko?
Grundsätzlich aber ist immer – auch bei nicht infektiösen Hautkrankheiten – ein absolut korrektes, hygienisches Arbeiten zum Selbstschutz wie auch zum Schutz des Patienten unabdingbar.
Zum hygienischen Arbeiten gehört das Tragen von Schutzkleidung:
Handschuhe
Schutzkittel
Einmalschürzen
eventuell Haar- und Mundschutz
Alle Verbandwechsel sind unter sterilen Bedingungen mit sterilen Wundauflagen, Tupfern und Instrumenten durchzuführen. Waschlappen und Handtücher dürfen jeweils nur für den betroffenen Körperteil verwendet werden, weshalb hier hygienische Einmalwaschlappen und -handtücher sinnvoll sind.
Verbindlich für das Vorgehen im Einzelnen sind die Hygienepläne oder -standards der Pflegeeinrichtung.