Ein guter Verband umschließt das Bein allseitig fest, lässt in seinem Andruck von distal nach proximal nach drückt oder schnürt nirgends ein.
Je nach Größe und Umfang des Beines sind 8 cm oder 10 cm breite Binden für Verbände am Unterschenkel am besten geeignet. Die Binde wird so in die Hand genommen, dass der aufgerollte Teil der Binde oben liegt und nach außen zeigt. Nur auf diese Weise lässt sich die Binde am Bein abrollen (siehe Bild links).
Das weitere Vorgehen:
Die Binde beim Anlegen unmittelbar auf der Haut abrollen, beide Kanten gleichmäßig in Ablaufrichtung anziehen.
Die Binde niemals vom Bein wegziehen, weil damit die Führung verloren geht und strangulierende Schnürfurchen entstehen.
Zum Anlegen des Verbandes ist das Sprunggelenk rechtwinkelig zu halten.
Der Kompressionsverband beginnt oberhalb der Zehengrundgelenke. Die Ferse muss sorgfältig mit eingebunden werden.
Die Hohlkehlen wie die Bisgaard'schen Kulissen werden zum Druckausgleich mit festen Pelotten ausgepolstert.
Der Unterschenkel sollte beim Anlegen des Verbandes rechtwinklig gebeugt werden
Am Knie soll der Verband das Fibulaköpfchen einschließen. Eine Stauung in der Kniekehle und damit das Scheuern des Verbandes lässt sich vermeiden, wenn der Unterschenkel beim Verbinden rechtwinklig gebeugt wird.
Generell halten Bindenverbände besser, wenn über die erste Binde eine zweite in entgegengesetzter Ablaufrichtung "über Kreuz" angelegt wird, analog der bekannten Kreuzverbandtechnik nach Pütter.
Je mehr sich der Patient im Verband bewegt, desto besser ist der Therapieerfolg.
Ein richtig angelegter Verband vermittelt dem Patienten das Gefühl eines festen Haltes und wird als angenehm empfunden. Schmerzen sollten nachlassen. Verstärken sich Schmerzen oder treten gar neue auf, die beim Umhergehen nicht verschwinden, muss der Verband sofort abgenommen werden.
Der Kompressionsverband erlangt seine volle Wirksamkeit erst in Verbindung mit aktiver Bewegung. Je mehr der Patient im Verband umhergehen kann, umso größer wird der Therapieerfolg sein.